Grünkohltour – Tradition der Niedersachsen

Grünkohltour – Tradition der Niedersachsen

Was´n dat? Die Grünkohltour oder auch -wanderung ist ein sehr alter Brauch, den viele Menschen aus Skandinavien und in Norddeutschland feiern. Im Norden findet man Kohltouren vor allem im Oldenburger Land, Emsland und Ostfriesland. Nicht selten kommt es aber auch vor, dass Bremer, Verdener, Rotenburger, Hamburger, Bewohner der Seestadt Bremerhaven und Braunschweiger jedes Jahr wieder eine Grünkohltour “zelebrieren”.

Geschrieben von der früheren Auszubildenden Stefanie Corinna Hacke, exPRESS-Ausgabe 4/2008

Grünkohltour: Mit dem Bollerwagen durch die Natur

Bei der Grünkohltour starten die Feierfreudigen eine Wanderung durch die beheimatete Natur zu einem großen Gasthof. Damit der “Spaziergang” nicht zu langweilig wird, spielen die Teilnehmer unterwegs einige Spiele. Sehr beliebt ist das Boßeln – auch Klootschießen genannt -, wobei eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine festgelegte Strecke geworfen wird. Auf keinen Fall fehlen darf dabei der Bollerwagen mit ausreichend alkoholischen Getränken. Diese verzehrt man bei den Spielen und sonstigen Unterbrechungen der Wanderung, zum Beispiel an Wegkreuzungen, Masten oder bei vorher ausgemachten Objekten. Der Alkohol dient – selbstverständlich – der Abwehr des kalten Winterwetters und zur Vorbereitung auf das deftige Grünkohlessen.

Das lange Laufen wird letztendlich belohnt – mit Grünkohl natürlich!

Ist man erst mal in Gasthof angekommen, freut sich die, meist schon sehr angeheiterte, Truppe über das deftige Essen. Das besteht traditionell aus Grünkohl mit Kartoffeln und Kasseler, Bregenwurst, Speck, Pinkelwurst oder Kohlwurst. Hierzu gibt es wie schon auf dem Weg eine Menge zu trinken. In einigen Regionen ist es nach dem Essen dann üblich, den Abend mit Musik und Tanz ausklingen zu lassen.

Die Wahl des Königspaars

Wer aber glaubt, damit ist es vorbei, der irrt sich. Der Höhepunkt findet noch statt, und zwar in der Bekanntgabe des Kohlkönigspaars. Um König beziehungsweise Königin auszuwählen, gibt es mehrere Methoden. Entweder werden die Anzahl der Potionen jedes Teilnehmers ausgewertet, also wer am meisten oder am längsten isst hat das große Los gezogen. Eine andere Variante ist, die Ergebnisse der Spiele auszuwerten. Ebenso ist es möglich, im Gasthaus unter einem Stuhl beziehungsweise bei einem Kohlkönigspaar unter zwei Stühlen einen Zettel zu kleben – wer dort sitzt ist der neue König. Der König beziehungsweise das Königspaar erhält die Verpflichtung, das Grünkohlessen des nächsten Jahres zu organisieren.

Ihr wollt keine Grünkohltour machen, interessiert euch aber allgemein für tolle Ausflugsziele in Niedersachsen? Dann seht euch hier doch die Geheimtipps von Marika an, um unser wunderschönes Bundesland ganz neu zu entdecken!

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