Facts zur Schlütersche-Geschichte

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Facts zur Schlütersche-Geschichte

Zum Jubiläumsjahr erzählen wir euch drei kleine, spannende und auch traurige Facts über die Schlütersche.

Die Schlütersche ist eigentlich 273 Jahre alt.

Das 275-jährige Jubiläum bezieht sich auf das Gründungsjahr 1747, in dem die sogenannte Landschaftliche Buchdruckerei gegründet wurde. Eine Landschaft ist der Zusammenschluss der klassischen drei mittelalterlichen Stände. Diese Landschaft gründete also am 03. Februar 1747 ihre eigene Druckerei. Diese hat sich 275 Jahre gehalten und wurde zu dem, was wir heute als Schlütersche Verlagsgesellschaft kennen. Jedoch war der erste Leiter der Druckerei Christian Janzen. Erst zwei Jahre später trennte man sich von ihm. Im Jahr 1749 übernahm Heinrich Schlüter die Landschaftliche Buchdruckerei im Auftrag des Schatz-Kollegiums der Landschaft.
Der Namensgeber der Schlüterschen übernahm die Firma also erst 1749. Was wir dieses Jahr also feiern, ist eigentlich das 275-jährige Jubiläum der Janzschen, nach dem eigentlichen Gründer Christian Janzen.

Napoleon und das „Nichts“

Die Napoleonischen Kriege zerrütteten um das Jahr 1800 Europa. Für Deutschland gelten sie oft als Segen. Durch die französische Besatzung wurde eine Vielzahl von Ideen nach Deutschland exportiert. Zuallererst wurden der Demokratiegedanke und der Geist der Aufklärung nach Deutschland gebracht. Diese Bewegungen führten direkt zu den Revolutionen von 1848/49 und der späteren Deutschen Einigung 1871. Hannover wurde Teil des neu gegründeten Königreiches Westphalen, die Stadt selbst wurde 1803 bis 1815 direkt von Frankreich verwaltet. Hannover wurde zu dieser Zeit wirtschaftlich zugrunde gerichtet. Aller Wohlstand aus Hannover wurde gestohlen und für Napoleons Kriege verwendet. 1813 notierte der damalige Leiter der Landschaftlichen Buchdruckerei, Georg Schlüter, wortwörtlich die folgenden Anschaffungen in die Geschäftsbücher: „nichts“.
Man spürt Georg Schlüters Frustration und Verzweiflung in diesem Wort. Vor den großen Entwicklungen in Deutschland vergisst man leicht, welche Schäden eine jahrelange Besatzung für die lokale Wirtschaft bedeutet.

Die Schlütersche ist seit 1900 eigentlich nicht mehr die Schlütersche

Seit 1749 kam die Leitung der Landschaftlichen Buchdruckerei in der Hand der Familie Schlüter. Der Name Schlüter war über die ersten 100 Jahre ihrer Existenz synonym mit der Landschaftlichen Buchdruckerei geworden. 1878 wurde ihr Name als Schlütersche Buchdruckerei im Handelsregister eingetragen. Für ganze 22 Jahre war dieser Name angemessen. Im Jahr 1900 stirbt Hermann Schlüter im Alter von 54 Jahren der letzte Geschäftsführer der Schlüterschen mit diesem Nachnamen. Der Name Schlüter starb mit ihm. Seine Witwe verkaufte den Betrieb drei Jahre später an den Kaufmann Heinrich Hartmann. Dieser entschied sich dafür, den Namen beizubehalten, um eine Kontinuität zu gewährleisten. Diese Kontinuität wurde bis heute weitergeführt. Mit Hartmann und seinen Nachfolgern war die Schlütersche in guten Händen. Die Schlütersche überstand beide Weltkriege und hat sich nach dem Wiederaufbau der völlig zerstörten Gebäude im Zweiten Weltkrieg als stärkster Verlag Hannovers etabliert.

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