Das Gap Year – eine Lücke im Lebenslauf? Oder eine Chance im Leben?

Das Gap Year – eine Lücke im Lebenslauf? Oder eine Chance im Leben?

Möglichkeiten, sein “Lückenjahr” sinnvoll zu nutzen

In diesem Artikel geht es darum, wie man ein „Lückenjahr“ nach dem Abitur sinnvoll nutzen kann. Um nicht mit hochgelegten Füßen auf dem Sofa zu enden und seine Zeit nicht zu verschwenden, stelle ich hier verschiedene Möglichkeiten vor, dieses Gap Year so zu gestalten, dass man einen Mehrwert daraus zieht.

Den Schulabschluss in der Tasche, die Füße bereits auf dem Sprungbrett ins richtige Leben und beinahe bereit zum Sprung… aber wohin? Wie kann man wissen, was man nur wenige Wochen nach Beenden der Schule machen möchte? Viele haben inmitten des Schulstress nur im Kopf, das Abitur zu erreichen, aber wenig später steht man vor einer viel größeren Herausforderung: Sich zu entscheiden und die Frage “Was nun?” zu beantworten.

Aber ist es notwendig, direkt nach der Schule, noch immer unwissend, was man mit seiner Zukunft machen möchte, ins kalte Wasser zu springen und zu hoffen, nicht zu sinken? Die Alternative dazu stellt das GAP YEAR dar: Ein Lückenjahr zur Reflexion.

Der Sinn des Gap Years

Manch einer wird die Frage nach dem Sinn des Gap Years stellen, wieso sollte man ein Jahr für etwas anderes nutzen als für seine Karriere? Dabei ist das Gap Year oft nicht nur eine Bereicherung für einen selbst, sondern auch für die berufliche Persepektive. In diesem freien Jahr hat man die Möglichkeit, sich – so esoterisch es klingen mag – mit sich selbst zu beschäftigen und herauszufinden, was man für seine Zukunft möchte. Vor allem kann das Gap Year dafür genutzt werden, viele Dinge auszuprobieren und vielleicht auch seine eigenen Stärken und Schwächen zu entdecken.

Es gibt 3 populäre Möglichkeiten, die ich im Folgenden als Ideen, sein Gap Year zu gestalten, vorstellen und mit ihren Vor- und Nachteilen beleuchten möchte:

#1 Neue Erfahrungen sammeln: Ab ins Ausland!

Eine ausgezeichnete Art, seine eigenen Fähigkeiten zu entdecken und auf die Probe zu stellen, ist Reisen und dabei besonders: eine Reise selbst zu organisieren.

Auslandsaufenthalte sind im Gap Year sehr beliebt: Man hat die Zeit, die Orte zu sehen, die man sehen möchte ohne auf Urlaubstage zu warten. Man hat die Freiheit, die physische Verfassung und oft noch die Unterstützung von Eltern, wenn man direkt nach dem Schulabschluss ins Ausland möchte. Demnach also ein perfekter Zeitpunkt dafür.
Meistens mangelt es aber an der Umsetzung aufgrund von
a) finanziellen Lücken,
b) externen oder internen Druck, ins Berufsleben zu starten oder
c) den Anstrengungen, eine Reise zu organisieren und eine Art von Auslandsaufenthalt zu finden, die zu einem passt.


Die letzte Entscheidung, die man für seine Reise letztlich noch treffen muss, ist, welche Länder und Orte man bereisen möchte. Aber diese Frage kann ja jeder bestimmt mit Leichtigkeit für sich selbst beantworten. Für Inspiration kann gern ein Blick in unsere Artikel über Irland und Australien geworfen werden.

Es gibt verschiedene Arten, einen Auslandsaufenthalt zu gestalten:

Au Pair/ Demi Pair

Au Pair / Demi Pair: besonders geeignet ist diese Form eines Auslandsaufenthalt für solche, die gut mit Kindern umgehen können: Man kümmert sich als Au Pair in einer Gastfamilie als “Babysitter” um die Kinder seiner Gasteltern und bekommt dadurch freie Kost und Logis. Wichtig für diese Art sind starke Nerven, Durchhaltevermögen und Verantwortungsbewusstsein: dafür lernt man aber das waschechte Leben in einem anderen Land kennen und kann natürlich seine Sprachkenntnisse immens verbessern.
Noch mehr kann man in diesem Bereich tun, wenn man als Demi Pair ins Ausland geht: Dabei bekommt man zusätzlich zum Leben und Babysitten in der Gastfamilie Sprachkurse. In denen kann man seine Sprache nochmals weiter verbessern.

Work & Travel

Work & Travel ist die perfekte Form eines Auslandsaufenthalts für solche, die ein Talent im spontanen Organisieren sind. Oder sich vorstellen können, auch ohne genauen Plan in einem fremden Land reisen zu können. Bei Work & Travel ist man in seiner Freiheit fast gar nicht eingeschränkt, aber auch selbstständig und eigenverantwortlich für seine Weiterreise zuständig. Für das Arbeiten im Ausland braucht man demnach auch starke Nerven, Flexibilität und ein wenig Abenteuerlust. Dabei kann es um Jobs vom Honig-Ernten bis zum Zitronenpflücken gehen. Was heißt, dass man auch eine Menge Offenheit gegenüber körperlicher Arbeit mitbringen muss. Die Unterkünfte können auch stark variieren. Von einem Acht-Bett-Zimmer in einem Hostel über eine Pritsche im Schuppen einer Kiwifarm bis hin zu einem Zelt im Freien. Auf Komfort sollte man beim Reisen also verzichten können.

Sprachreise

Sprachreisen sind eine teurere Angelegenheit, da Organisationen wie EF (Education First) meist ein Allround-Paket anbieten, in dem ihre Bemühungen in ihrer Vermittler-Tätigkeit als sehr kostspielige Dienstleistungen enthalten sind. Da können ein paar Monate auf Sprachreise je nach Region schon mal 10.000 Euro kosten. Sprachunterricht lässt sich aber sehr gut auch mit anderen Arten, im Ausland zu reisen, verbinden, wie bei Demi Pair. Außerdem lernt man die Sprache immer noch am Besten über Learning by doing: einfach mit den Einheimischen kommunizieren!

#2 Ein bisschen Altruismus: Die Freiwillige Arbeit

FSJ, FÖJ und BFD

Eine andere Weise, sein Gap Year zu gestalten, ist mit gemeinnütziger Arbeit: was nicht nur gut ist für andere, ist auch sehr hilfreich, um seinen Charakter zu formen und sein Empathievermögen zu erweitern. Darüber hinaus ist es auch immer gut im Lebenslauf beim Bewerbungsgespräch angesehen: Es beweist nicht nur, dass man fähig ist, zu arbeiten, sondern auch, dass man bereit ist, sich selbst aufzuopfern für eine gute Sache. Denn Freiwilligenarbeit ist für gewöhnlich unbezahlt oder nur gering vergütet.

Außerdem ein netter Nebeneffekt: An ein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr), FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) und den BFD (Bundesfreiwilligendienst) kommt man leicht heran. Denn gemeinnützige Helfer werden überall gesucht und gerne genommen. Um mehr über die Freiwilligenarbeit in Form des Bundesfreiwilligendienstes zu erfahren, klick einfach hier.

Freiwilligenarbeit vereint mit dem Ausland

Freiwilligenarbeit kann auch im Ausland und dabei besonders in Entwicklungsländern erfolgen. Dazu ist es eine gute Möglichkeit, einen Auslandsaufenthalt mit gemeinnütziger Arbeit zu vereinen. Eine weitere Form der freiwilligen Arbeit ist die Camparbeit im Ausland. Bei der kann man beispielsweise in Sommercamps mit Jugendlichen zusammenarbeiten.

#3 Berufliche Eindrücke sammeln

Wenn man bereits eine Vorstellung hat, was man beruflich machen möchte, aber sich noch nicht für eine Ausbildung oder ein Studium festlegen kann oder möchte, ist das Gap Year auch ein super Zeitraum für etliche Praktika. In einen Beruf hereinzuschnuppern bewährt sich immer noch als praktischste Methode, um sich festlegen zu können. Zudem hat man in dem freien Jahr genug Zeit, um sich zu informieren und zu bewerben ohne Zeitdruck fürchten zu müssen. Das ist der Fall, wenn man sich schon während der Schule darum bemüht, eine Stelle zu finden.

Auslandspraktika sind natürlich auch eine Möglichkeit, seine Zeit sinnvoll zu verbringen. Man kann neue Menschen und neue Länder kennenlernen und dabei dennoch zu seiner beruflichen Perspektive beitragen. Eine perfekte Mischung also! Viele Auslandspraktika werden auch vergütet, was einen Auslandsaufenthalt natürlich noch attraktiver macht.

Fazit: Eine Lücke im Lebenslauf? Oder: eine Chance im Leben?

Man kann von der Idee des Gap Years halten, was man möchte, eines ist aber gewiss: Wenn man es wirklich als Chance nutzt, Dinge auszuprobieren und neue Erfahrungen zu sammeln. Und nicht nur, um sich auf der faulen Haut auszuruhen, ist ein Gap Year eindeutig eine Bereicherung. Man schafft unvergessliche Erinnerungen und dem Lebenslauf schadet es auch keinesfalls.
Darüber hinaus kann man das Gap Year auch als Auszeit oder Stärkung sehen, mit der es im folgenden Jahr einfacher ist. Angetrieben durch neu gewonnene Kraft und Motivation, in das richtige Berufsleben oder Studium zu starten. Insbesondere dann, wenn man randvoll mit lebhaften Erinnerungen ist, die einen später auch an einem langen Arbeitstag noch lächeln lassen.

Bildquellen

  • Flugzeugfenster: intres
  • Freiwilliges soziales Jahr: #37333442 - contrastwerkstatt - stock.adobe.com
  • Frau auf Berg: StockSnap - Pixabay.com

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